Leistungsprüfung „Die Gruppe im Löscheinsatz“ bei der Freiwilligen Feuerwehr Kranzberg
Um 18:00 Uhr wurde es für neun Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kranzberg ernst. Nach zwei Wochen intensiver Vorbereitung stand die Abnahme des Leistungsabzeichens in der Variante 1 (Außenangriff mit Wasserentnahme aus einem Hydranten) auf dem Programm.
In den vergangenen beiden Wochen hatten sich die Teilnehmer bei mehreren Übungen auf diesen Tag vorbereitet. Dabei wurden die einzelnen Handgriffe, Befehle und Abläufe immer wieder trainiert, bis jeder wusste, welche Aufgaben er innerhalb der Gruppe zu übernehmen hatte.
Was wird bei der Leistungsprüfung verlangt?
Bei der Leistungsprüfung kommt es nicht allein auf Schnelligkeit an. Vielmehr müssen die neun Feuerwehrdienstleistenden als geschlossene Gruppe zusammenarbeiten und innerhalb einer vorgegebenen Zeit einen vollständigen Löschangriff aufbauen.
Bei der von uns absolvierten Variante 1 wird ein Brandeinsatz im Außenangriff angenommen. Die Mannschaft muss zunächst die Einsatzstelle absichern, eine Wasserversorgung über einen Hydranten herstellen und anschließend drei Strahlrohre für die Brandbekämpfung vornehmen.
Jeder Feuerwehrdienstleistende hat dabei seine festgelegten Aufgaben. Vom Gruppenführer über den Maschinisten und Melder bis hin zum Angriffs-, Wasser- und Schlauchtrupp müssen sämtliche Befehle, Kommandos und Arbeitsschritte korrekt ausgeführt werden.
Ein weiterer Bestandteil der Prüfung ist das Kuppeln einer Saugleitung aus vier Saugschläuchen. Anschließend wird mit einer sogenannten Trockensaugprobe überprüft, ob die Saugleitung ausreichend dicht ist.
Auch die Feuerwehrknoten gehören zur Leistungsprüfung. Hier muss jeder Teilnehmer einen vorgegebenen Knoten beziehungsweise Stich innerhalb einer festgelegten Zeit korrekt ausführen. Diese Handgriffe sind für den Feuerwehrdienst von großer Bedeutung und müssen auch im Einsatz sicher beherrscht werden.
Sechs Stufen mit steigenden Anforderungen
Das Leistungsabzeichen „Die Gruppe im Löscheinsatz“ kann in Bayern in insgesamt sechs Stufen abgelegt werden. Zwischen den einzelnen Stufen muss jeweils eine Wartezeit von zwei Jahren eingehalten werden.
Mit jeder weiteren Stufe steigen die Anforderungen an die Teilnehmer. Während bei der ersten Stufe die Funktionen bereits im Vorfeld festgelegt werden, werden ab der zweiten Stufe bestimmte Funktionen innerhalb der Mannschaft ausgelost. Damit müssen die Kameraden auch andere Aufgaben innerhalb einer Löschgruppe sicher beherrschen.
Ab der dritten Stufe kommen zusätzliche Prüfungsaufgaben hinzu. Dazu zählen unter anderem die Gerätekunde, Kenntnisse in Erster Hilfe, das Erkennen von Gefahrgut- und Hinweiszeichen sowie theoretische Testfragen.
Fehlerpunkte entscheiden mit über das Bestehen
Während der gesamten Leistungsprüfung beobachten die Schiedsrichter die einzelnen Arbeitsschritte der Mannschaft. Werden Aufgaben nicht korrekt ausgeführt, Befehle falsch gegeben oder wichtige Sicherheitsmaßnahmen nicht beachtet, werden entsprechende Fehlerpunkte vergeben.
Dabei werden Fehler je nach ihrer Bedeutung unterschiedlich bewertet. Besonders sicherheitsrelevante Fehler fallen stärker ins Gewicht. Auch die vorgeschriebenen Zeitvorgaben müssen eingehalten werden.
Ziel der Leistungsprüfung ist deshalb nicht, möglichst schnell fertig zu werden, sondern die gestellten Aufgaben sicher, fachgerecht und innerhalb der vorgegebenen Zeit gemeinsam zu bewältigen.
Gerade diese Kombination macht das Leistungsabzeichen zu einem wichtigen Bestandteil der regelmäßigen Feuerwehrausbildung. Die eingeübten Abläufe sollen auch im tatsächlichen Einsatz zuverlässig funktionieren.
Ausblick auf 2027
Bei der Freiwilligen Feuerwehr Kranzberg wechseln wir jährlich zwischen den beiden Leistungsprüfungen „Die Gruppe im Löscheinsatz“ und „Die Gruppe im Hilfeleistungseinsatz“.
Im kommenden Jahr 2027 steht somit wieder die Leistungsprüfung im Bereich der Technischen Hilfeleistung (THL) auf dem Ausbildungsplan. Hier liegt der Schwerpunkt auf der sicheren und fachgerechten Durchführung eines technischen Hilfeleistungseinsatzes, beispielsweise bei einem Verkehrsunfall.
Durch den regelmäßigen Wechsel werden unterschiedliche Einsatzbereiche trainiert und die Kenntnisse unserer Feuerwehrdienstleistenden kontinuierlich vertieft.
Ein herzliches Dankeschön
Ein besonderer Dank gilt allen Ausbildern, die unsere Kameraden in den vergangenen beiden Wochen auf die Leistungsprüfung vorbereitet und dabei viel Zeit und Engagement investiert haben.
Ebenso bedanken wir uns bei den Schiedsrichtern für die Abnahme und fachliche Bewertung sowie bei allen Kameraden, die bei der Vorbereitung und Durchführung unterstützt haben.